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  • Samira Knott

Das neue Normal..

.. schreibt die Zeit. Das Coronavirus, seine Wirkung & wie du jetzt deine Balance findest.


Spoiler. Es geht nicht um das Horten von Toilettenpapier.

Wir haben wichtigeres zu tun!


Zugegeben, ich habe nicht damit gerechnet meinen ersten Beitrag hier auf meiner Seite über eine neue Pandemie zu verfassen. Wer rechnet schon damit? Und das ist der Punkt, es kam langsam von weiten und zugleich ganz plötzlich. Hier sind wir nun in dieses Situation, in der es gilt, mehr denn je die Sinne beisammen zu halten und sich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren. Nun ja, nach 349549 Tagen in der Quarantäne (gefühlt) können die Emotionen schon mal mit einem durchgehen und obwohl man versucht die Kontrolle zu behalten, entgleitet sie durchaus mehrmals am Tag und die verschiedenen emotionalen Zustände gleichen einer Achterbahnfahrt. Auch wenn der Peak der Angst in Deutschland vor einigen Wochen erreicht war, ist die neue Normalität, eben noch nicht so normal und der kollektive Verlust der alten Normalität begleitet uns noch weiter. Wenn du erfahren möchtest, wie sich dieser kollektive Verlust als eine Art kollektiver Trauerprozess zeigt, höre dir gerne meine Podcastfolge dazu an.


Was also tun, um aus dem rezidiven Déjà-Vu eines langen mit Liebeskummer bedeckten Sonntags - Gefühls herauszukommen?




Hier sind meine Tipps,

um emotional in Balance zu bleiben.





1. Take Care!

Zunächst und das ist das aller wichtigste: Wenn du unter einer psychischen Erkrankung leidest, Medikamente nimmst und regelmäßig einen Therapeuten siehst, dann schaue, dass du dir auch jetzt aktiv Hilfe suchst. Du bist wichtig und wir alle benötigen Hilfe, nur du selbst kannst und solltest sie für dich auch einfordern.


2. JA, diese Zeit ist stressig und komisch & nervig & notwendig

Unser normaler Alltag wurde für den einen schleichend, für den anderen abrupt unterbrochen. Unterbrechungen, Zwischenfälle sind immer schwierig. Es ist nicht kräftezehrend und stressig, weil du gerade etwas falsch machst oder überfordert bist. Wir können unter subtilem Stress gut arbeiten und leben, aber wir dürfen, sollten und eigentlich müssen wir diesen momentan Stressor akzeptieren. Stress zeigt sich oft getarnt als Angst, Sorgen, Unsicherheit. Es ist in Ordnung sich so zu fühlen. Der Unterschied liegt jedoch in der Benennung deiner Gefühlslage, denn nur durch die eigene Wahrnehmung, kannst du deine Bedürfnisse hinterfragen und diesen auch folgen.


3. Don´t Trigger the Trigger Keine Frage, informiert zu bleiben macht Sinn, aber wir sind grade schon mitten drin, wir tun alle unser Bestes und mehrmals täglich die neusten Zahlen und Kurven zu checken bringt dich nicht weiter. Besonders, wenn du schon unter Angst oder Panikattacken leidest, verstärkt jede neue Information, jedes Bild auf social media von leeren Regalen und Hamsterkäufen, die Symptomatik. Sorgen und Ängste wachsen schnell. Finde deinen Abstand, schaue maximal ein mal am Tag die Nachrichten und greife bewusst nicht ständig zum Handy.

Tipp: Erzähle dir selbst laut dein eignes Verhalten vor, um dir dabei zu helfen, die nächste Aktivität präsent mit bewussten Geist zu tätigen.


4. Kognitive Flexibilität all day long

Ein Grundpfeiler für mentale Gesundheit ist die kognitive Flexibilität. Bedeutet, du hast eine Wahl. Das Gedankenkreisen, das Grübeln hat ein Ende wenn DU es willst. Wenn ich mich in einem emotional angespannten Phase befinde, sage ich mir wie ein Mantra, „Du hast die Wahl“. Ein Mantra, welches tatsächlich momentan sehr häufig zum Einsatz kommt.


5. MUSIK!

Wer mich kennt, der weiß ohne Musik geht bei mir gar nichts.

In einer „stay home“ spotify Liste habe ich meine momentanen Lieblingssongs gepackt, die mir helfen durch diverse Gefühlszustände zu kommen und mich zwischendurch das Tanzbein schwingen lassen. Die Liste möchte ich gerne mit dir teilen, enjoy!


6. Wo Risikofaktoren sind, gibt es auch Schutzfaktoren

Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Je mehr Schutzfaktoren du implementierst, desto stärker reduzierst du die Risikofaktoren. Zum einen sind die physischen Schutzfaktoren gegenüber dem COVID-19 Maßnahmen wie Händewaschen, Abstandhalten, Homeoffice usw. Zum anderen gibt es auch psychische Schutzfaktoren, die es gilt zu maximieren: halte intensive soziale Kontakte, checke deine Bedürfnisse, gehe jeden Tag an die frische Luft spazieren, setzte dich in die Sonne, betreibe aktive Körperpflege, ja auch, und vor allem für dich!


7. Der beste Schutz!

Es gibt etwas, was uns die Ärzte und Virologen und auch die Politik leider verschweigen. Es nennt sich Autophagie, ein körpereigener Prozess, ausgelöst durch eine Fastenperiode, zum Beispiel im Intervallfasten nach der 16/8 Methode. Der Autophagie-Prozess, erforscht von Yoshinori Ohsumi und 2016 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, ist ein eigenes Recycling-Sytem des Körpers, wodurch das Immunsystem auf natürliche und nachhaltige Art und Weise hochgefahren wird. Mehr Informationen findest du zum Beispiel hier.


8. Zu beachten.

Was mir am Herzen liegt, ist dass wir vor allem diese momentane Situation nutzen sollten, um den mehr Aufmerksamkeit und Mitgefühl dem Thema mentaler Gesundheit zu widmen. Jeder der momentan trockene und raue Hände vom ständigen waschen und desinfizieren hat, bemerkt auch wie sehr man ständig ans Händewaschen denken muss. Stell dir vor, dass das nur ein kleiner Einblick in die Symptomatik einer Person ist, die unter eine Zwangsstörung leidet. Die Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit sind nur eine kleiner Brise einer depressiven Verstimmung.

Oft nutzten wir unsere Sprache unbewusst und reden schnell von „Ich bin so Depri“ oder „wie zwanghaft.." usw.

Sei mit deinen Aussagen dahingehend mehr achtsam und schau in deinem Umfeld, ob es dort jemanden gibt der/die wirkliche Hilfe benötigt.


Möglicherweise ist die größte Chance, die wir in dieser Zeit haben, zu sehen, dass es zu vor eben keine Normalität gab, die für die Welt, die Gesellschaft und jeden einzelnen zählte und nachhaltig war. Dass das der Grund ist, warum wir jetzt von den Naturgesetzten der Welt gezwungen werden inne zu halten, sich wieder auf das Wesentliche des Lebens, das Leben leben an sich, zu besinnen.

Das Wort Krise stammt übrigens aus dem griechischen und bedeutet Meinung oder Entscheidung. Also treffe deine eigenen Entscheidungen und sei selbstwirksam, nehme dich also selbst in deinen eigenen Veränderungsprozessen ernst.


Die Regnose des Zukunftsforscher Matthias Horx zeigt wie es es sein könnte.


Bleibe gesund, achte auf deine mentale Gesundheit und danke für das Lesen dieser Zeilen.


Samira Knott


Mehr spannende Themen rund um unsere Psyche, kannst du auch in meinem Podcast "Ganz normal gestört" finden.

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